Cavaliere of Rose Village
Cavaliere of Rose Village

Die Pflege eines Cavaliers

 

Das Fell

Für die Fellpflege benötigen Sie:

1 guten Metallkamm mit einer groben und einer feinen Seite,
1 gute Haarbürste mit Naturhaarborsten und Perlonstiften,
1 Bürste mit Drahtborsten und
   ein Hundeshampoo mit Nerzöl.

Wenn Sie Ihrem Hund täglich zehn Minuten Pflege zukommen lassen, werden Sie immer einen sauberen Cavalier mit glänzendem Fell, ohne Zotteln und Filzknoten, haben.

Natürlich hat Ihr junger Hund am Anfang wenig Haar und Sie brauchen auch noch nicht so viel Zeit. Aber üben Sie trotzdem jeden Tag. Später werden Sie froh sein, wenn er bereits an die Pflege gewöhnt ist. Stellen Sie den Hund zum Kämmen und Bürsten auf einen Tisch mit rutschfester Unterlage.

Fangen Sie mit den Ohren an.

Dazu verwenden Sie den Metallkamm. Erst kämmen Sie mit der groben Seite die Ohren außen und dann innen gründlich durch. Es darf kein Widerstand mehr fühlbar sein, erst dann benutzen Sie die feine Seite des Kammes.
Besonders hinter den Ohren bilden sich leicht Filzknoten, deshalb bitte täglich kontrollieren! Danach nehmen Sie die Bürste mit den Naturhaarborsten und bürsten den ganzen Körper in Wuchsrichtung des Haares. Am einfachsten geht das, wenn Sie den Hund mit dem Hinterteil zu sich stellen. Täglich hundert Bürstenstriche geben ein schönes, glänzendes Fell. Für die langen Haare an den Läufen, den sogenannten „Hosen" brauchen Sie die Bürste mit den Drahtborsten.


Zum Baden verwenden Sie bitte ein gutes, rückfettendes Hundeshampoo mit Nerzöl. Spülen Sie immer gut aus, trocknen Sie ihn mit einem Tuch gut ab und kämmen Sie die ganze Haarpracht mit Kamm und Bürste wieder in die richtige Form. Lassen Sie den Hund danach nicht ins Freie, solange er noch nicht ganz trocken ist, außer im Hochsommer.

Den Welpen sollten Sie in den ersten sechs Lebensmonaten überhaupt nicht baden.

Ein ausgewachsener Hund sollte generell nur gebadet werden, wenn es unbedingt nötig ist, bitte nicht öfter als alle drei Monate! Hat er nur schmutzige Pfoten, waschen Sie nur diese mit lauwarmem Wasser aus. Nach einem Spaziergang im Regen halten Sie am besten ein spezielles Trockentuch für Ihren Hund bereit. Nach dem Abrubbeln wird es einfach ausgespült, gut trocken gewrungen und ist so schnell wieder bereit für den nächsten Einsatz. Diese Tücher, ein Vliestuch tut es notfalls auch, haben deutliche Vorteile gegenüber ausrangierten Frotteetüchern, deren Saugkraft nicht so gut ist. Sie trocknen langsam und müssen allzu oft in

die Waschmaschine.

 

 

Die Zähne

Der Rassestandard des Cavalier King Charles Spaniel sagt dazu aus, dass sich das fertige Gebiss als Scherengebiss ausweisen soll, d.h. dass die oberen Schneidezähne knapp die unteren überlappen. Die Ausprägung als Zangengebiss, also genau aufeinander stehende obere und untere Schneidezähne, ist auch noch statthaft. Es gibt jedoch u.a. auch genetisch-, ernährungs- und haltungsbedingte Fehlstellungen. Wie beim Menschen auch, gehört zur Grundvoraussetzung für einen gesunden Hund mit gesunden Zähnen, dass er von Anfang an ausgewogen ernährt wird. Welpen und Junghunde haben weiche, sehr elastische Kiefer, denen ausgeprägte Zerrspiele (!) und Kauknochen (!) nicht gut tun. Auch kommt es durchaus vor, dass die Milchzähne nicht rechtzeitig ausfallen und sich dadurch die bleibenden Zähne nicht richtig entwickeln können. Kontrollieren Sie dies während des Zahnwechsels regelmäßig und fragen Sie diesbezüglich auch Ihren Tierarzt.

Soll während des Zahnwechsels und auch später etwas Hartes für die Zähne her, dann geben Sie ihm Hundekuchen, damit gibt es keine Schwierigkeiten, denn die Brocken zerspringen beim Nagen und Kauen und schützen so auch später die Zähne vor Zahnstein und anderen Ablagerungen. Nach dem Zahnwechsel sollten Sie Ihren Cavalier behutsam an das Zähneputzen heranführen. In Fachgeschäften erhalten Sie alles erforderliche dazu. Führen Sie die Zahnpflege damit einmal wöchentlich durch.
 

Die Augen

Während des Schlafes kann sich Augensekret entwickeln und auch tränende Augen können durchaus vorkommen. Als Folge können unschöne Ablagerungen und Abrinnspuren unterhalb des Auges entstehen. Verwenden Sie z.B. fusselfreie Papiertücher und destilliertes Wasser und wischen im Augenbereich sorgsam von innen nach außen. Für Fellverfärbungen hält der Fachhandel entsprechende Mittel vor. Bei einer Augenentzündung sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.
Nehmen Sie zum Reinigen der Augen keine Kamillenflüssigkeit!
 

Die Ohren

Da Ihr Cavalier Hängeohren mit längerem Fellbewuchs hat, kann es zu Verfilzungen und Haarknoten kommen, die regelmäßig und sanft ausgekämmt werden müssen. Verkrustungen im Ohrinneren durch Ohrenschmalz und Schmutz können Ohrenentzündungen verursachen und daher empfiehlt sich die Verwendung eines flüssigen Ohrenreinigungsmittels. Zur Häufigkeit der Anwendung gibt es keine generellen Angaben, daher fragen Sie Ihren Züchter und / oder Tierarzt und lassen Sie sich auch in den Gebrauch einweisen. Häufiges Kopfschütteln oder Kratzen am Ohr kann auf einen Fremdkörper oder eine Entzündung im Ohr hinweisen und dann ist der Gang zum Tierarzt oft unerlässlich.
 

Gesundheits-Checks

Der Tisch, auf dem die Fellpflege stattfindet, eignet sich auch hervorragend, wenn Sie nach dem wöchentlichen Wiegen Ihren Hund dort abstellen und Augen, Ohren und Gebiss kontrollieren. Dazu benutzen Sie bitte nicht nur Ihre Augen, sondern riechen auch an Ohren und Gebiss. So werden Sie schnell merken, dass Ihr Hund bei einem Problem an Ohren oder Zähnen anders, d.h. unangenehm riecht.

Anschließend wird der ganze Welpe abgestreichelt, um zu fühlen und zu sehen, ob kleinere Verletzungen vorliegen, Grannen im Fell stecken oder Parasiten vorhanden sind.
Den Abschluss bildet die Pfotenkontrolle, bei der Sie die Zehen spreizen und die Ballen gründlich untersuchen.

Hunde, die von klein an daran gewöhnt sind, überall angefasst zu werden, haben es auch leichter, wenn sie beim Tierarzt auf dem Untersuchungstisch still sitzen sollen und nehmen es dann auch nicht übel, wenn eine Spritze einmal mehr als einen Piekser hinterlässt.
 

Floh- und Zeckenbehandlung

Warum eine Prophylaxe gegen Zecken und Flöhe?
Beide können Krankheiten übertragen, die in Deutschland mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört die Borreliose, Babesiose oder einige Wurmarten. Zecken treten nahezu überall auf und, einmal auf das Fell gelangt, bohren sie sich mit ihrem Kopf in die Haut.
Kontrollieren Sie nach Spaziergängen das Fell sorgsam. Haben Sie eine bereits in die Haut verbissene Zecke entdeckt, dann nehmen Sie eine spezielle Zeckenzange, die in jedem Fachhandel erhältlich ist. Lassen Sie sich die Benutzung der Zeckenzange erklären, dann geht es für alle Beteiligte besser ab.
Ist keine Zeckenzange da, dann drehen Sie die Zecke mit den Fingern heraus - die Drehrichtung - ob links oder rechts herum, ist entgegen vielfacher anderer Meinung egal.
 

Verabreichen von Medizin

Balsam, Creme und Salbe

Damit Salben richtig wirken, müssen sie möglichst lange auf der entsprechenden Hautpartie bleiben. Wichtig ist es, die Paste sanft, aber gründlich einzureiben. Ihr Hund wird instinktiv versuchen, seine Wunden abzulecken - und damit auch die Salbe.

Zwei Tricks, wie Sie ihn davon abhalten: Cremen Sie die betroffenen Stellen direkt vor dem Spazierengehen ein. Oder vor dem Spielen. Der Hund wird dann erst einmal vom Lecken abgelenkt. Wenn das nicht hilft, versuchen Sie es mit Schutzverbänden.


Ohrentropfen

Die Ohrentropfen vorsichtig und möglichst präzise in die größte sichtbare Öffnung des Hundeohres einträufeln. Tipp: Die Flüssigkeit rinnt besser in den gewinkelten Gehörgang, wenn Sie die Ohrmuschel dabei sanft nach hinten und oben ziehen. Halten Sie den Hund unbedingt gut fest, damit er seinen Kopf nicht sofort danach schüttelt. Dann sanft den knorpeligen Gehörgang massieren. Das lassen sich die meisten Hunde gefallen, weil es den Juckreiz stoppt. Außerdem verteilt sich die Flüssigkeit auf diese Weise besser im Gehörgang.


Augentropfen / Salben

Halten Sie Ihren Vierbeiner gut fest. Nehmen Sie ihn am besten auf den Schoß. Dann drücken Sie den Kopf mit dem einen Unterarm sanft an Ihren Oberkörper. Mit Daumen und Zeigefinger des gleichen Armes halten Sie die Augenlider auf, während Sie mit der freien Hand die Tropfen, bzw. die Salbe mit einem Applikator aufs Auge geben.
Vorsicht: Der Applikator darf das Auge nicht berühren! Ist das Mittel an der richtigen Stelle, halten Sie den Hund noch kurz fest, bis er mehrmals geblinzelt hat. Dann verteilt sich das Mittel prima im Auge.

Streicheln, Loben und das Lieblingsleckerchen lassen den Hund die unangenehme Prozedur schnell vergessen.

 

 

Die Normalwerte des Cavalier King Charles Spaniel

 

 

Körpertemperatur

Gemessen mit einem Fieberthermometer tief im After mindestens 1 Minute

Normalbereich             37,5- 38,5 °C
Erhöhte Temperatur     39 ° C
Fieber ab                     39,2 ° C
Untertemperatur          37 ° C und darunter  

 

Herzschlagfrequenz

Fühlbar an der linken Seitenbrust hinter dem Ellenbogen

Normalfrequenz            60 – 150 Schläge pro Minute
Erhöhte Frequenz        130 – 160 Schläge
Erniedrigte Frequenz    50 Schläge u. darunter

Der Herzschlag eines Cavaliers und somit auch der Puls haben eine gewisse Unregelmäßigkeit die von der Atmung und der Aufregung abhängig sind. Diese Unregelmäßigkeiten sind wiederkehrend und sollten bei Beobachtung des Hundes der Atmung angeglichen sein. Beim Einatmen ist die Herzfrequenz schneller, beim Ausatmen langsamer.  

 

Puls

Fühlbar in der Mitte des inneren Oberschenkels an der Oberschenkelarterie

60- 120 /Minute

Pulsfrequenz sollte wie Herzfrequenz kräftig sein

Krankhaft: klopfender, harter Puls, schwacher, fader Puls, unregelmäßiger Puls

Herzschlag und Atemfrequenz werden bei Bewegung und Aufregung immer erhöht sein. Sobald der Cavalier wieder in Ruhestellung ist, sollten die beiden Werte sich binnen 10 Minuten normalisieren.

 

Atmung

Die Atemzüge werden durch die Bewegung der Rippen erkannt und an der letzten Rippe gezählt.

Normale Atemfrequenz          40- 60 Atemzüge /Minute
Erhöhte Atemfrequenz          70- 120 Atemzüge
Erniedrigte Atemfrequenz     20 Atemzüge

 

Hecheln

vermehrte Atmung durch den offenen Fang gilt nicht zur Bestimmung der Atemfrequenz. Hier wird Wasser verdunstet, damit der Hund seine innere Körpertemperatur regulieren kann.

Hecheln kommt vor bei Hitze, Anstrengung, freudiger Erregung, Überhitzung, innerlicher Unruhe, Fieber, Schmerz.

 

Schleimhäute

Rosarot        Normalfarbe
Hochrot       Verdacht auf Entzündung
Bläulich        Verdacht auf Sauerstoffmangel
Weiß            Verdacht auf Blutarmut, Blutverlust

Kapillarfüllungszeit: wird geprüft, indem man die rosa Mundschleimhaut an der Innenseite der Lefze mit dem Finger fest drückt. Es entsteht ein weißer Fleck, der sich binnen 2 Sekunden wieder rosa färben muss.

 

Kastration - Segen oder Fluch?

Wenn man sich mit dem Thema der anhaltenden Fruchtbarkeitsunterbrechung und deren Auswirkungen beim Hund beschäftigt, sollten zuerst einigen Begriffe geklärt werden. Bei der
Kastration handelt es sich um die Entfernung von Hoden oder Eierstöcken, im Gegensatz zur
Sterilisation, bei der nur die Samenleiter oder Eileiter entfernt oder unpassierbar gemacht werden.

Der Sexualzyklus der Hündin wird in 4 Phasen eingeteilt.

Die erste Phase der Läufigkeit wird als Proöstrus (Vorbrunst) bezeichnet.
Sie dauert im Durchschnitt 10 Tage mit einer Variationsbreite von 7 bis 13 Tagen. In dieser Phase schwillt die Vulva (Scham) der Hündin an, sie beginnt individuell stark variierende Mengen von hellem Blut abzusetzen und versucht, Rüden durch das Absetzen von Urinspuren anzulocken.

Die darauffolgende Phase wird als Östrus (Brunst) bezeichnet.
Die Scham ist jetzt maximal angeschwollen, der blutige Ausfluss wird heller bis fleischwasserfarben und die Hündin beginnt sich zu stellen. Dies bedeutet, dass die Hündin dem Rüden das Hinterteil präsentiert, ihn aufsteigen lässt und die Rute zur Seite legt. Krault man die Hündin im Bereich der Schwanzwurzel, legt sie ebenfalls die Rute beiseite. Diese Phase dauert etwa 6 Tage (Variationsbreite 2 bis 12 Tage). Nur in dieser Phase ist die Hündin empfängnisbereit.

Darauffolgend kommt die Hündin in die Rückbildungsphase (Metöstrus).
Sie umfasst ca. 9-12 Wochen. Die Blutung endet, oft mit etwas gelblichem übelriechenden Ausfluss, die Vulva schwillt ab, die Hündin bildet in jedem Falle Gelbkörperhormon und Prolaktin, ganz gleich ob sie trägt oder nicht. Dies führt auch zur sogenannten „Scheinschwangerschaft“, die ein sinnvolles Überbleibsel des wölfischen Erbes darstellt um im Falle des Ausfalles der Alpha-Wölfin als Ernährerin der Welpen, diese Welpen säugen zu können. Aus diesem Grunde ist es auch nicht möglich, durch Bestimmung dieser Hormone eine Schwangerschaft festzustellen.

Als letze Phase folgt die sexuelle Ruhephase, Anöstrus genannt.

Der beschriebene Sexualzyklus findet bei der Hündin 1-3x im Jahr statt, wobei kleinere Rassen in der Regel kürzere Abstände aufweisen als größere Rassen.

Außer für die Fortpflanzung sind die Sexualhormone auch für die Ausprägung der typischen Geschlechtsmerkmale unserer Hunde verantwortlich, so für Körperbau, Wachstum, Psyche, evtl. Temperament, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen etc..

Für die Kastration kann es medizinisch notwendige Gründe geben, ebenso wird eine Vielzahl anderer Begründungen für die Durchführung der „Notwendigkeit“ einer Kastration angegeben.

Kastrationsgründe beim Rüden sind
Hodentumore, Hodenentzündungen, Prostataerkrankungen, hormonabhängige Tumoren anderer Organe, Bauchhoden (Kryptorchismus), aber auch unerwünschte Verhaltensweisen wie Streunen, Aggressivität gegen Hunde, territoriale Aggressivität, Harnmarkieren, Aufreiten, Angstbeißen, Ängstlichkeit u.ä..

Bei der Hündin steht die bleibende Unterbrechung der Fruchtbarkeit im Mittelpunkt.
Teilweise wird die Läufigkeit als unhygienisch oder abstoßend empfunden.
Kastrationsindikationen aber sind vor allem:
Eierstocktumore, Gebärmuttererkrankungen (Tumore, Pyometra, chronische Veränderungen ect.), Verhinderung von Brustkrebs und gutartigen Mammatumoren.
Ebenso werden Hündinnen zur Verhinderung der Scheinschwangerschaft kastriert, bei Zuckerkrankheit, da die Gestagene als diabetogen („zuckerfördernd“) beschrieben werden sowie bei Verhaltensauffälligkeiten: Angst, Aggression u.ä..

Nebenher habe ich als äußerst ungewöhnliche Begründungen für eine Kastration gefunden:
„Bellen, Ungehorsam, Stubenunreinheit, Depression und Trägheit“.

Da das Verhalten unserer Hunde nicht nur durch die einwirkende Hormonaktivität beeinflusst wird, sondern auch durch Erziehung, positive oder negative Lernprozesse, Sozialisation, angeborene Charaktereigenschaften u. v. m., führt die Kastration nur in einem beschränkten Rahmen zur Abänderung von unerwünschten Verhaltensweisen!

Bei Rüden können Verhaltensweisen bis maximal 70% beeinflusst werden.
Das Streunen wird durch die Kastration in den meisten Fällen beseitigt, Aggressionen gegen Rüden zu etwa 50%, ebenso wie das Markieren. Diese Erfolge stellen sich bis ca. 2 Jahre nach Kastration ein. Die territoriale Aggression und das Angstbeißen werden in der Regel nicht beeinflusst.

Die Aggressionen der Hündin werden in der Regel eher verstärkt als gebessert, da der besänftigende Einfluss der Östrogene fehlt, die Angst nimmt ebenfalls nicht ab.
Ob bei bestehender Zuckerkrankheit die Kastration den Zuckerspiegel nachhaltig positiv beeinflusst, bleibt umstritten, eine Gewichtsreduktion ist hier in der Regel wirksamer. Diese wird in der Regel durch eine Kastration allerdings noch schwieriger, da sich die Stoffwechselprozesse des Hundes verlangsamt. Nicht selten zeigt die kastrierte Hündein einen deutlich erhöhten Appetit.

Eine Scheinschwangerschaft wird nach der Kastration nicht mehr auftreten, wobei nochmals erwähnt werden sollte, dass die Scheinträchtigkeit nur in seltenen Fällen ein krankhaftes Ausmaß erreicht und sie eine Verhaltensweise auf den natürlichen Hormonverlauf unserer Hündinnen darstellt. Die scheinschwangere Hündin sollte viel Bewegung und wenig Futter erhalten. Dazu bei Bedarf kühlende Umschläge oder Salben auf das Gesäuge, möglichst wenig Manipulation am Gesäuge und nur in schlimmen Fällen Beruhigungsmittel oder Hormone vom Tierarzt.

Die Reduktion der Brustkrebshäufigkeit scheint nur zu wirken, wenn die Hündin bis zum 2. Sexualzyklus kastriert wurde, spätere Eingriffe scheinen keinen schützenden Einfluss auszuüben.

Zu den Risiken und unerwünschten Nebenwirkungen der Kastration
gehören zuerst die Operationsrisiken und –folgen.
Neben dem Narkoserisiko, kann es bei jeder Operation zu Blutungen kommen, die in seltenen Fällen auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Es kann zu Entzündungen im Operationsgebiet kommen, Verwachsungen können entstehen, auch Fistelbildungen sind möglich. Immerhin handelt es sich bei der Kastration der Hündin um einen Baucheingriff.

Eine klassische Nebenwirkung der Kastration ist die Gewichtszunahme, die bis zu 50% aller kastrierten Hündinnen betrifft.
Die veränderte Stoffwechsellage der Hündin führt zu einer besseren Futterverwertung bei gleichzeitig gesteigertem Appetit. Zusätzliche Bewegung bringt in der Regel nur wenig Erfolg; Hilfe bringt hier nur die konsequente Futterreduktion.
Da Übergewicht einen bedeutenden Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen wie Zuckerkrankheit und Herz-Kreislauferkrankungen darstellt, ist diese Nebenwirkung für unsere Cavaliere nicht zu vernachlässigen.

Bis zu 20% aller kastrierten Hündinnen entwickeln bis 2 Jahre nach der Operation ein Harnträufeln, das vornehmlich im Schlaf auftritt. Größere Rassen werden hiervon zwar häufiger betroffen als kleinere Rassen, der regelmäßige Verlust kleinerer Mengen Urin am Schlafplatz des Hundes ist allerdings meist belastender als 2 umschriebene Läufigkeiten im Jahr. Eine Behandlung des Harnträufelns ist mit Medikamenten aus der Gruppe der Sympathomimetika möglich, ebenso mit Östrogengaben, auch Einspritzungen von Teflon um die Harnröhe der Hündin unter Sichtkontrolle werden vorgenommen.

Werden Hunde bereits vor der Geschlechtsreife kastriert, kommt es zur Verzögerung des Epiphysenschlusses um ca. 8 Wochen und somit zu einem verspäteten Abschluss des Knochenwachstums mit möglicherweise entstehenden Deformierungen. Aus diesem Grunde wird diese frühe Kastration in Deutschland selten durchgeführt, in den USA wird meist vor der Geschlechtsreife kastriert.

Im Rahmen der früh praktizierten Kastration in den USA wurde festgestellt, dass Hunde, die zur Ausbildung zum Blindenhund vorgesehen waren, weniger lernfähig bzw. ausbildungsfähig waren als nach der Geschlechtsreife kastrierte Tiere, so dass Hunde für Rettungs- oder Arbeitsgebrauch entgegen der üblichen Praxis dort auch später kastriert werden.

Ob es bei kastrierten Hündinnen zu einer Abnahme der Knochenmasse kommt, wie dies bei kastrierten Frauen bekannt ist, bleibt noch zu klären.

Eine für unsere Cavaliere typische Folge der Kastration ist das übermäßige Wachstum der Wollhaare auf Kosten des typischen festen seidigen Grannenhaares des erwachsenen Cavaliers, welches fast jeden kastrierten Cavalier betrifft. Diese durch den Sexualhormonmangel entstehende Veränderung wird etwa 3 Monate nach erfolgter Kastration auffällig.
Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Veränderung zwar nur um ein „Schönheitsproblem“, das Aussehen unserer Cavaliere wird aber durch diese Fellveränderung erheblich beeinträchtigt, das typische Aussehen eines Cavaliers deutlich negativ verändert.

Dabei möchte ich auch daran erinnern, dass es auch zu den im Standard definierten Zuchtzielen gehört, dass der Cavalier ein möglichst glattes, seidiges und schlichtes (gemeint ist glattes) Fell aufweist, worum sich viele Züchter seit vielen Cavaliergenerationen bemühen.

Zusammenfassend bleibt zu erwähnen, dass es für die in den Medien häufig angepriesene Kastration, so z. B. auch in Tiermagazinen, Fernsehsendungen etc., neben notwendigen unabwendbaren medizinischen Indikationen ebenfalls eine Menge nicht eindeutiger, oft von falschen Vorstellungen geprägter oder schlichtweg bequemer Gründe gibt, die durch die Kastration nicht erreicht werden können und die die möglichen Komplikationen für unsere Tiere nicht im richtigen Verhältnis abwägt.

Dr. Kathrin Lange

Primär sekretorische Otitis media (PSOM)

 

Bei der primär sekretorischen Otitis media (Mittelohrentzündung) kurz: "PSOM" genannt, handelt es sich um eine Erkrankung des Mittelohres, die einige Symptome aufweisen kann, die der Syringomyelie ähneln können. Im englischen Sprachraum wird diese Erkrankung auch „glue ear" (Klebstoffohr) genannt.

Das Mittelohr hat eine anatomische Verbindung zum Nasen-, Rachenraum, die Ohrtrompete, auch anatomisch Tuba auditiva Eustachii genannt. Über diese Verbindung wird das Mittelohr belüftet und somit kann das Trommelfell frei schwingen. Wird diese Verbindung verlegt, kommt es zu einem Unterdruck im Mittelohr. Dies dürften die meisten von uns bereits selbst bei einer Erkältung erlebt haben. Der Hals ist geschwollen, die Tuba wird verlegt, man spürt einen Unterdruck im Ohr und versucht, das Ohr durch Pressen zu belüften.

Besteht nun der Unterdruck im Mittelohr länger, kommt es zur "Ausschwitzung" eines so genannten Transsudates in das Mittelohr. Dies ist eine körpereigene Flüssigkeit, die durch die Schleimhaut des Mittelohres abgesondert wird. Diese Flüssigkeit dickt nun nach und nach ein, die Abläufe wiederholen sich, es entsteht ein zähflüssiger Pfropf im Mittelohr. Dadurch wird das Trommelfell langsam nach außen vorgewölbt. Nunmehr besteht ein Überdruck im Mittelohr.

Die Symptome, unter denen unsere Cavaliere bei diesen Vorgängen leiden, können kaum wahrnehmbar sein. Sie können aber auch zu schweren Störungen und Beschwerden führen.

So kann eine Kopfneigung zu einer Seite auffallen, der Kopf kann vorsichtig gehalten werden oder er wird oft geschüttelt. Manche Hunde kratzen sich vermehrt bis sehr häufig an den Ohren. Dabei kann es zu Schmerzensschreien kommen. Der Hund kann einen ataktischen Gang aufweisen, schlimmstenfalls einen Hörverlust erleiden, oder es tritt eine Gesichtslähmung ein.

Studien zeigen, dass eine solche Erkrankung besonders bei brachycephalen Rassen auftritt. Es wird angenommen, dass die Ursache der Verlegung der Ohrtrompete im knöchernen Teil der Tuba auditiva liegt; auch scheint die Oberflächenbeschaffenheit der Ohrtrompete durch bestimmte Substanzen verändert, so dass die Ohrtrompete verschlossen bleibt.

Auch wenn die Erkrankung PSOM an sich sehr selten aufzutreten scheint, so ist sie nach einigen Studien aus Schweden und Australien beim Cavalier gehäuft anzutreffen. Aus diesem Grunde wird z.Zt. in einer Studie versucht, den Vererbungsmodus zu entschlüsseln.

Der Nachweis dieser Erkrankung erfolgt am sichersten im MRT oder CT. Bei fortgeschrittenen Fällen kann der Tierarzt das vorgewölbte Trommelfell mit Pfropf bereits bei Sicht auf das Trommelfell erkennen.

Die Behandlung erfolgt durch einen operativen Trommelfellschnitt. Der Pfropf wird durch Spülung entfernt, lokal oder systemisch werden Kortikoide und Antibiotika verabreicht. Leider kommt es in einigen Fällen nach der Heilung des Trommelfells zum erneuten Entstehen des Schleimpfropfes. Somit muss die Operation wiederholt werden. Um eine Belüftung des Mittelohres zu gewährleisten, wurden deshalb auch Versuche mit Einlage eines Paukenröhrchens unternommen, die erfolgreich zu sein scheinen.

Dr. Kathrin Lange

Anthony 2013

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12.09.2017

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unsere Welpen werden mit Fleisch zugefüttert
Chocolate mein Traum in B&T
Ashton of Rose Village mein Herzchen auf vier Pfoten

 unsere

Cavalierdamen in der Zucht

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Tochter von Elaine und Schwester von Bella-Luna

Claire-Caprice

Tochter von Elaine

Bella-Luna

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Anais-Anais

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Anais-Anais of Rose Village

 

Elaine 

 

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